9:30 – 11:15 Uhr
Eröffnung
Panel 1: Städtische Veränderungen
Peter EIGNER: „Aufbruch aus der Provinz(ialität) Wien 1955–1975: Wirtschaft, Gesellschaft, Stadtentwicklung“
ITODA Sôichirô: „Asakusa, Shinjuku, Shibuya – Auf- und Niedergang der Tokyoter Vergnügungsviertel während des anhaltenden Wirtschaftsbooms“
14:30 – 17:15 Uhr
Panel 2: Literatur und Theater
Wendelin SCHMIDT-DENGLER: „Idyllen, Anti-Idyllen – das schöne und nicht mehr schöne Österreich.
Zur österreichischen Literatur 1955–1975“
TSUNEKAWA Takao: „Hans Leberts Roman Die Wolfshaut – Charakterzüge der österreichischen Literatur“
SUNAGA Tsuneo: „George Tabori: der große Außenseiter, von außen gesehen“
9:30 – 12:15 Uhr
Panel 3: Gesellschaft und Populärkultur
Franz X. EDER: „KVon der Bescheidenheit zum Super-Markt. Konsum, Ernährung, Essen 1955–1975“
Roland DOMENIG: „Die Saison der Politik und eine heiße Viertelstunde –
die Studentenbewegung in Japan und Österreich“
ONO Masahiro: „Kayôkyoku-Schlagertexte vor dem Hintergrund des japanischen Wirtschaftbooms“
14:30 – 17:15 Uhr
Panel 4: Populärkultur und Sport
Sepp LINHART: „Toni Sailer, die Peanuts, Mitsou: Zur Wiederentdeckung der Japan-Schlager“
Jutta KOWALLIK: „Rikidôzan – Vater des puroresu“
Wolfram MANZENREITER: „Innsbruck und Tokyo: Die Bedeutung der Olympischen Spiele 1964“
Eine Veranstaltung des Akademischen Arbeitskreises Japan und des Instituts für Ostasienwissenschaften/Japanologie
Ort: Institut für Ostasienwissenschaften/Japanologie, Seminarraum 1
AAKH-Campus, Universität Wien, Spitalgasse 2-4, 1090 Wien
Gefördert von der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien;
Wissenschafts- und Forschungsförderung, MA 7 – Kultur, Stadt Wien; Österreichischen Forschungsgemeinschaft
Aufbruch aus der Provinz(ialität) – Wien 1955–1975.
Wirtschaft, Gesellschaft, Stadtentwicklung
Peter EIGNER
Es ist ein widersprüchliches Bild, das Wien im Jahr 1955 abgibt. Die Stadt feiert den Abschluss des Staatsvertrages, sie hat sich relativ rasch von den Kriegszerstörungen erholt, und dennoch sind Nachwirkungen des Weltkriegs und des Nationalsozialismus spürbar. Viele attestieren der Stadt, etwa ihrer Kulturproduktion, nur mehr einen provinziellen Charakter. Widersprüche charakterisieren auch die weitere Entwicklung. Das österreichische „Wirtschaftswunder“ bringt Österreich und Wien wirtschaftlich Westeuropa näher, gesellschaftlich scheint der Fortschritt gemächlicher gewesen zu sein. 1968, das Jahr der Studentenrevolten, geht etwa in Wien relativ spurlos vorbei. Mit dem Wahlerfolg Kreiskys und der SPÖ 1970 erhält Österreich erstmals eine sozialistische Alleinregierung, die ein umfassendes Reformprogramm durchzuziehen beginnt. Nicht nur der wirtschaftliche Erfolg hält an, nunmehr scheint auch die Zeit gesellschaftlichen Wandels gekommen. Wien wird auf vielen Ebenen modernisiert. Trotz dieser Aufbruchstimmung weist die Stadtentwicklung aber sowohl in den 1960er als auch in den 1970er Jahren Anzeichen einer Sub- bzw. Desurbanisierung auf. Immer mehr Industriebetriebe und Menschen wandern aus Wien ab. Erste Umdenkprozesse setzen um die Mitte der 1970er Jahre ein.
Asakusa, Shinjuku, Shibuya – Auf- und Niedergang der Tokyoter Vergnügungsviertel während des anhaltenden Wirtschaftsbooms
ITODA Sôichirô
Das seinerzeit florierende Vergnügungsviertel Asakusa erlebte während des japanischen Wirtschaftswunders bis Ende der 1970er Jahre einen abrupten Niedergang. Andere Stadtteile in Tokyo, wie Shibuya oder Shinjuku, legten dagegen an Attraktivität und Glanz zu. Im Gefüge einer Weltstadt mag ein solcher Wandel kein ungewöhnliches Phänomen darstellen, allerdings lassen sich bei der japanischen Hauptstadt bestimmte historische und kulturelle Rahmenbedingungen aufzeigen, die eine solche Entwicklung innerhalb kürzester Zeit begünstigten. In diesem Vortrag soll der Frage nachgegangen werden, welche Faktoren als Auslöser für die Verlagerung wichtiger Zweige der Vergnügungsindustrie in die neuerbauten Nachkriegs- Zentren zu benennen sind: Vor dem Hintergrund auffallender Fluktuationen in der Bevölkerung wurden nach dem Kriege in Tokyo kommunalpolitische Entscheidungen zum Bau neuer Großbahnhöfe getätigt. Im Bereich dieser Bahnhöfe siedelten sich Kinos, Theater, Kaufhäuser und verschiedene Firmenzentralen an. Schließlich bewirkte die Einführung des Fernsehens eine Abwanderung ehemaliger Bühnenstars aus Kabaretts und Kleintheatern. Vor diesem Hintergrund läßt sich die nahezu geschlossene Abwanderung der Unterhaltungsindustrie aus Asakusa deutlich nachzeichnen. Weiter soll in diesem Vortrag auf die Frage eingegangen werden, welche konkreten Standortvorteile in Shibuya und Shinjuku gegenüber Asakusa herrschten.
Idyllen, Anti-Idyllen – das schöne und nicht mehr schöne Österreich.
Zur österreichischen Literatur 1955–1975
Wendelin SCHMIDT-DENGLER
Die Freizeitkultur der sechziger Jahre bleibt in der Literatur im toten Winkel: Die bewusste Idyllisierung und der Rückzug in biedermeierliche Enklaven bestimmte die Literatur der fünfziger Jahre: Die Heimat war schön, und daher wohl auch der ideale Ort, um dort die Freizeit zu verbringen. Die Wende in der Literatur der sechziger Jahre ist nun vom Wandel der Idylle zur Anti-Idylle bestimmt. Dieser Prozess lässt sich am schönsten an Texten von Gerhard Fritsch verfolgen, dessen Romane Moos auf den Steinen (1955) und Fasching (1967) diese Antagonismen geradezu idealtypisch repräsentieren. Doch auch an die Texte Hans Leberts (Die Wolfshaut, 1960) und Thomas Bernhards Frost (1963) ist zu denken. Wie sich im Rahmen dieses mentalitätsgeschichtlich markanten Wandels die Freizeitkultur ausnimmt, wäre gesondert zu bedenken.
Hans Leberts Roman Die Wolfshaut – Charakterzüge der österreichischen Literatur
TSUNEKAWA Takao
Bei diesem Roman, der im Winter 1952/53 spielt und sich teilweise wie ein Krimi liest, geht es um den Schatten, den die nationalsozialistische Vergangenheit auf die Nachkriegszeit wirft. Ein paar Dörfler, Angehörige der damaligen Ortswacht, erschossen sechs Fremdarbeiter. Der Anführer Habergeier, der es in der Nachkriegszeit bis zum Landtagsabgeordneten gebracht hat, befürchtet, einer der Mittäter, genannt Schreckenschlager, könne, wegen des Alters unzuverlässig geworden, das begangene Verbrechen ausplaudern, und läßt ihn durch einen anderen Mittäter mit dem Spitznamen Rotschädel Vinzenz töten. Soweit wird das Geschehen krimiartig aufgeklärt, wobei die Rolle des Detektivs der aus dem Krieg heimgekehrte Matrose Johann Unfreund spielt. Das ist aber bei weitem nicht die ganze Geschichte. Rotschädel Vinzenz stirbt einen Tod, der seltsam grausam und unaufgeklärt ist, ebenso Höller, der damals Habergeiers jungster Gefolgsmann war, und den Photographen Maletta, der mit dem Massaker an den Fremdarbeitern nichts zu tun hat, trifft ein genauer Genickschuß von fern. Dieser Roman weist Komponenten auf, die, wie es mir scheint, für österreichische Literatur charakteristisch sind: negative Darstellung der Mentalität und Verhaltensweise der Dörfler, die Toten, die mit den Lebenden in Kontakt bleiben, und die feindselige Natur. Die Dörfler haben schon längst das nationalsozialistische Verbrechen verdrängt. Als Höller und danach Schreckenschlager einen seltsamen Tod stirbt, sind sie beunruhigt. Sie glauben, nach dem Täter fahnden zu müssen, veranstalten eine erfolglose Treibjagd in den umliegenden Bergen, verdächtigen einen Sträfling, der wegen nichtssagender Diebstähle saß,ausbrach, und sich genau an dem Tage der Treibjagd stellt. Ihm wird ein falsches Geständnis abgezwungen, Schreckenschlager ermordet zu haben, und die Dörfler, die vor dem Polizeiposten versammelt sind, hören es und geraten in einen Rausch. Sie sind mißtrauisch, opportunistisch, und gelegentlich gewalttätig. Dieses Döflerbild kommt später bei Franz Innenhofer, Elfriede Jelinek, Gerhard Roth, und läßt sich bis Ebner von Eschenbachs Gemeindekind zurückverfolgen. Die erschossenen sechs Fremdarbeiter sind nicht einfach tot, sondern, wie der Matrose meint, holen die Täter zu sich: Höller, Schreckenschlager, Rotschädel Vinzenz. Schon längst vertraut sind der österreichischen Literatur Tote solcher Art und auch der Tod: man erinnert sich an Die Ahnfrau von Franz Grillparzer, Hofmannsthals Jedermann, und in der Gegenwartsliteratur Josef Winklers Werke und Die Kinder der Toten von Jelinek, von dem Musical Elisabeth ganz zu schweigen. Die gehäuften Todesfälle sind andererseits als mythische Katastrophe anzusehen, die sich ewig wiederholt, solange das Problem, das dahinter steckt, nicht gelöst wird. Das nationalsozialistische Verbrechen, indem es verdrängt wird, und indem seine gesellschaftlichen Momente sich nicht mehr erkennen lassen und außer Kontrolle geraten, verwandelt sich ins Mythische. Und dies Mythische innerviert sogar die Natur und macht sie feindselig. Klaus Zeyringer geht in seiner Österreichischen Literatur 1945–1998 der Entstehung und der Entwicklung dieser feindseligen Natur nach.
George Tabori: der große Außenseiter, von außen gesehen
SUNAGA Tsuneo
Anlässlich der japanischen Aufführung von George Taboris Theaterstück Mein Kampf werde ich in dem Vortrag zunächst auf diesen wichtigen Wendepunkt des neulich verstorbenen Dramatikers, der eben in den 1960er Jahren stattfand, eingehen, einige Motive mit dem freien Blick eines Außenseiters herausnehmend das Stück ein wenig genauer betrachten, und dann ein paar Szenen der Aufführung der japanischen Fassung präsentieren. Der japanische Fassung basiert auf der Übersetzung des Vortragenden.
Von der Bescheidenheit zum Super-Markt. Konsum, Ernährung, Essen 1955–1975
Franz X. EDER
Konsumgeschichtlich gesehen, markieren die 1950er Jahre den Beginn einer „neuen Zeit“. Nach dem Ende der Bewirtschaftung konnte die Wiener Bevölkerung endlich wieder halbwegs „frei“ aus einem immer umfangreicheren Warenangebot wählen. Bis zum Ende der 1970er Jahre stiegen die Reallöhne und -einkommen und mit ihnen die Haushaltsbudgets. Damit konnte immer mehr Geld für „nicht-lebensnotwendige“ Güter und Dienstleistungen verwendet werden. Zuerst kaufte man mehr und bessere Nahrungsmittel, dann qualitative Kleidung, anschließend verbesserte man die Wohnungsausstattung und gab Geld für Freizeit und Urlaub aus. Meist dauerte es einige Jahre, bis sich der durchschnittliche Haushalt die neu auf den Markt kommenden Geräte wie den Fernseher auch leisten konnte. Neben Konsumträumen und ihrer Realisierung kam spätestens Ende der 1960er Jahre jedoch Skepsis gegenüber dem grenzenlosen Konsumieren und seinen Folgen für die städtische Struktur und die Umwelt auf.
Die Saison der Politik und eine heiße Viertelstunde. Die Studentenbewegung in Japan und in Österreich
Roland DOMENIG
Die Jahre des wirtschaftlichen Aufschwungs ging einher mit einer raschen Ausweitung des sekundären Bildungssektors, und die Zahl der Universitätsstudenten und -studentinnen stieg rasch an. Die Babyboomgeneration der Nachkriegsjahre forderte ab Mitte der 1960er Jahre nicht nur strukturelle Verbesserungen der sich zu Massenuniversitäten entwickelnden Hochschulen, sondern setzte sich auch für soziale und politische Veränderungen, für mehr Mitsprache und eine Stärkung der Zivilgesellschaft und für einen grundlegenden gesellschaftlichen Wandel ein. Das führte zu Studentenunruhen, die im Jahr 1968 ihren Höhepunkt erreichten. Während die Studentenproteste in Österreich ein kurzes, friedliches und wenig einschneidendes Intermezzo darstellten, gab es in Japan sehr heftige, teils blutig endende Studentenrevolten, die sich um das Jahr 1968 landesweit ausbreiteten und auch auf die Oberschulen übergriffen. Die japanische Studentenbewegung ist durch eine starke Zersplitterung gekennzeichnet, die schließlich zu bitter geführten Fraktionskämpfen und zur Abspaltung radikaler, gewaltbereiter Splittergruppen wie der Roten Armee Fraktion (sekigunha) führte, die in den Untergrund abtauchte und im bewaffneten Kampf gegen den Staat ein legitimes Mittel zur Erzwingung sozialer und politischer Veränderungen sahen.
Kayôkyoku-Schlagertexte vor dem Hintergrund des japanischen Wirtschaftsbooms
ONO Masahiro
In diesem Vortrag betrachte ich Kayôkyoku-Schlagertexte auf linguistischer Ebene im Hinblick auf Wertvorstellungen und die soziale Lage der Japaner in der Zeit des hohen Wirtschaftswachstums, indem ich mich mit Titeln, Schlagwörtern und der Konstruktion der Lieder auseinandersetze. In Titeln und Schlagwörtern finden wir die sozialen Umstände und Wertvorstellungen von Japan während des Wirtschaftsbooms deutlich widergespiegelt. Hier kann man das Sehnen danach herauslesen, dem momentanen ärmlichen, engen Umfeld zu entfliehen und wirtschaftlichen und sozialen Erfolg zu erlangen. Indem wir uns mit Schlagwörtern wie „Traum“, „Glück“ sowie „Trennung“, wenn beides nicht erreicht werden kann, auseinandersetzen, bekommen wir einen Eindruck von der konkreten Realität dieser Begriffe. Weiters stelle ich die Texte von zwei sehr gegensätzlichen Kayôkyoku-Textern gegenüber, die beide als typische Vertreter ihrer Zunft betrachtet werden können, und betrachte den Aufbau ihrer äußerst unterschiedlichen Texte. Hier finden wir zwei unterschiedliche Muster: Stark ausgeschmückte, bunte Texten auf der einen und eher spartanisch wirkende Texte, die sich auf Kernaussagen konzentrieren, auf der anderen Seite.
Toni Sailer, die Peanuts, Mitsou: zur Wiederentdeckung der Japan-Schlager
Sepp LINHART
Toni Sailer mit seinen sieben Goldmedaillen ist als österreichischer Ski-Superheld unvergessen. Nur wenige aber erinnern sich heute daran, dass er an vorderster Linie daran beteiligt war, Japan auch in der hiesigen Populärkultur wieder einen wichtigen Platz zuzuweisen. Nach 1945 war Japan genauso wie Deutschland oder Österreich als Verlierernation des Zweiten Weltkrieges in der internationalen Staatengemeinschaft ein “Unland“. Aber auch unter den Verlierern und ehemals Verbündeten hatte man zunächst Berührungsängste. Erst nach Wiedererlangung der Unabhängigkeit 1952 bzw. 1955 und nach dem Beitritt Österreichs und Japans zur UNO 1955 bzw. 1956 änderte sich das allmählich. Die Olympischen Spiele in Innsbruck und Tokyo 1964 etablierten Japan und Österreich endgültig wieder als „normale Länder“. In der Populärkultur kommt Toni Sailer eine wichtige Rolle zu: als Schauspieler drehte er einen Film in Japan und als Schlagersänger sang er einen der ersten Japan-Schlager nach dem Krieg. Unterstützung erhielt er bald von dem japanischen Damendoppel The Peanuts, das ebenfalls zahlreiche Schlager sang, deren Texte Bezug auf Japan nahmen. Der Schlager Mitsou und der Sukiyaki Song wurden zur gleichen Zeit Mega-Hits, die gleichzeitig von mehreren Sängern interpretiert wurden. Obwohl die Japan-Schlager bei uns nie die Beliebtheit der Italien-Schlager oder der Hawaii-Schlager erreichten, stellten sie in den sechziger Jahren doch ein beachtliches Subgenre der deutsch-österreichischen Schlager dar.
Rikidôzan – Vater des puroresu
Jutta KOWALLIK
Der Sportler Rikidôzan zählt in der japanischen Populärkultur zu den vier großen Figuren, die die frühe Nachkriegsgeschichte geprägt haben. Nach Beendigung einer zehnjährigen Karriere als Sumotori etablierte er im Jahr 1954 quasi eigenhändig die in Japan neue Sportart „Professional Wrestling“ (puroresu) und verhalf dem neuen Medium Fernsehen zu einem rasanten Start. Seine äußerst komplexe, in ihren Anfängen teilweise bewusst fabrizierte Lebensgeschichte ist gekennzeichnet durch eine ethnische Doppelidentität, die der japanischen Öffentlichkeit erst nach seinem frühen Tod im Jahr 1963 bekannt wurde.
Innsbruck und Tokyo: Die Bedeutung der Olympischen Spiele 1964
Wolfram MANZENREITER
Die Olympischen Spiele lieferten Maurice Roche den Prototyp für Mega-Events, die der Soziologe als großformatige kulturelle Veranstaltungen mit dramaturgischem Charakter, Massenanreiz und internationaler Bedeutung definiert hat. Nicht nur der Anzahl der teilnehmenden Nationen, sondern auch der Reichweite, gemessen an Einschaltquoten oder Medienakkreditierungen, verdanken die Olympischen Spiele ihre exponierte Position unter den Sportmega-Events. Als globales Medium überragt ihre Bedeutung den sportlichen Wettkampf bei weitem. Zahlreiche Akteure suchen daher Attraktivität und Faszination der Sportveranstaltung für die Vermittlung von Botschaften zu instrumentalisieren, die wenig oder gar nichts mit der olympischen Kernideologie zu tun haben. Welche Botschaften die Olympischen Spiele 1964 in Österreich und Japan zu vermitteln suchten und welche Akteure dabei welche Interessen wahren wollten, soll in dieser Gegenüberstellung der Winterspiele von Innsbruck und der Sommerspiele von Tokyo herausgearbeitet werden.