Nachruf Eva Bachmayer (1960-2019)

2019-12-11
Frau Mag. Eva Bachmayer, langjähriges AAJ-Mitglied (1989-1993 Schriftführerin, 1993-1999 Stellv. Schriftführerin, 2000-2014 Stellv. Präsidentin), Japanologie-Kollegin und Freundin, verstarb am 20. November 2019 nach langer Krankheit.
Nachruf von Ingrid Getreuer-Kargl, Japanologie (Universität Wien)

Am 20. November starb Eva Bachmayer. Mit ihr verliert die Wiener Japanologie viel mehr als eine Kollegin, mit der Generationen von Studierenden die Einführungsvorlesung „Japanische Landeskunde“ verbinden. Eva Bachmayer war mit eine der Studierenden in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren, die dem seinerzeitigen Institut für Japanologie für viele Jahre, eigentlich bis heute, ihr entscheidendes Gepräge gaben. In der Aufbruchsphase, die mit der Besetzung der Professur durch Sepp Linhart und damit einhergehenden personellen Veränderungen begann, konnten die jungen Studentinnen ihren feministischen – damals noch frauenrechtlerischen – Anliegen Gehör verschaffen. Unter regen und sehr freundschaftlichen Auseinandersetzungen mit der männlichen Kollegenschaft und der aktiven Unterstützung des Professors wurden nicht nur Regeln des Umgangs am Institut festgelegt, um die uns viele andere beneideten, sondern auch Weichen für die wissenschaftliche Orientierung der nächsten Jahrzehnte gestellt. Die Frauenforschung in der deutschsprachigen Japanologie nahm von Wien aus ihren Ausgang, und die Diplomarbeit von Eva Bachmayer über pornographische Manga war Teil davon: dass sie in den Beiträgen zur Japanologie veröffentlicht wurde (Bd. 21, gemeinsam mit Megumi Maderdonner, 1986), wurde von einem der BZJ-Herausgeber durchaus nicht wohlwollend zur Kenntnis genommen und markiert in gewisser Weise den damaligen Generationswechsel.

In der Folge widmete sie sich beruflich der Medienarbeit für die japanische Tageszeitung Nikkei Shimbun, blieb aber stets dem Institut verbunden: als Lektorin, als Organisatorin des 8. Deutschsprachigen Japanologentags in Wien 1990 und nicht zuletzt als Vorstandsmitglied des Akademischen Arbeitskreises Japan (AAJ). Für die Vorlesung Landeskunde konnte sie zwei Leidenschaften verbinden: Japan und Reisen. Vielleicht rührte ja auch ihr besonderes Interesse an Yamabushi, den asketischen Bergmönchen, von deren Wanderdasein her. Trotz ihrer schweren Krankheit, der sie mit unbändigem Lebenswillen großer Tapferkeit entgegentrat,  blieb Eva bis zum Schluss aktiv und interessiert an ihrer Umgebung. Wir verlieren mit ihr eine langjährig engagierte Kollegin und einen wunderbaren warmherzigen Menschen.

Link zum Nachruf auf der Japanologie-Seite.

Offener Brief gegen die Einschränkung der Förderung des Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank

2019-11-14

Am 3. Oktober 2019 verkündete die Nationalbank via Austria Presse Agentur die Nachricht, dass ab 2020 der Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank nur noch „notenbankrelevante Themen” fördern wird und somit in Zukunft die Sozialwissenschaften, die Geisteswissenschaften und die Medizin ausgeschlossen werden. VertreterInnen von  28.599 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Österreich haben daraufhin gegen diese Entscheidung öffentlich protestiert, darunter auch der AAJ [siehe beilegendes Dokument und dessen Veröffentlichung in der Ausgabe der PRESSE].

Protest_Jubiläumsfond_VWGÖ

Presse_ Diese Reform wirkt sarkastisch